Stadtgemeinde Schrattenthal setzt Zeichen für globale Verantwortung: NÖ-FAIRTRADE-Koordination besucht Kindergarten

Stadtgemeinde Schrattenthal setzt Zeichen für globale Verantwortung: NÖ-FAIRTRADE-Koordination besucht Kindergarten

Die Stadtgemeinde Schrattenthal unterstreicht ihr Engagement für globale Fairness und nachhaltigen Konsum: Als neu zertifizierte FAIRTRADE-Gemeinde lud sie die FAIRTRADE-Niederösterreich-Koordinatorin Karin Neumayer zu einem Besuch in den Kindergarten der Stadtgemeinde ein. Ziel war es, bereits den jüngsten Gemeindebürgerinnen und -bürgern auf spielerische und kindgerechte Weise zu vermitteln, was sich hinter dem Begriff Fair Trade verbirgt – und warum gerechter Handel Menschen auf der ganzen Welt zugutekommt.

Dieser Besuch wurde außerdem genutzt um der Stadtgemeinde Schrattenthal persönlich zu ihrer Auszeichnung durch FAIRTRADE Österreich zu gratulieren. Mit der Überreichung der Ernennungsurkunde an Bürgermeister Stefan Schmid bedankte sich Karin Neumayer herzlich für das wertvolle Engagement für den Fairen Handel, auch im Namen des Landes NÖ, das das FAIRTRADE-Gemeinde-Projekt bereits seit über 15 Jahren unterstützt.

Der Vormittag stand ganz im Zeichen des bewussten Genießens und des Verstehens. Neumayer brachte den Kindern näher, wie wichtig faire Arbeitsbedingungen, angemessene Löhne und nachhaltige Produktionsweisen sind. Um den theoretischen Input mit einem positiven Erlebnis zu verbinden, erhielten die Kinder im Anschluss eine FAIRTRADE-Banane, ein Stück FAIRTRADE-Schokolade und kindgerechte Lern- und Infomaterialien. 

 „Kinder sind unglaublich neugierig und offen – es ist die perfekte Gelegenheit, ihnen früh zu zeigen, dass ihr eigenes Verhalten einen Unterschied machen kann“, erklärte Karin Neumayer. „Indem sie lernen, worauf man beim Einkaufen achten kann, entwickeln sie ein Bewusstsein dafür, wie eng unsere Welt miteinander verbunden ist.“

 

Begleitet wurde der Besuch von mehreren Vertreterinnen und Vertretern aus  der Stadtgemeinde, Klimaschutz-Initiativen und dem Kindergarten selbst. Unter ihnen befand sich Gregor Danzinger, Leiter von Unser Klima Retzer Land, einer Initiative, die kommunale Akteurinnen und Akteure bei Klima- und Nachhaltigkeitsprojekten unterstützt. Das Engagement der Stadtgemeinde Schrattenthal sei beispielhaft, betonte Danzinger:

„Fair Trade ist weit mehr als ein Gütesiegel. Es ist ein wirksames Werkzeug im globalen Kampf gegen Armut und unterstützt auch unsere Maßnahmen für mehr Klimagerechtigkeit. Dass die Stadtgemeinde Schrattenthal dieses Thema nicht nur auf Gemeindeebene, sondern auch im Kindergarten verankert, zeigt ein starkes Verantwortungsbewusstsein.“

Auch die Leiterin des Kleinstadtkindergartens Pädagogin Martina Leitner begrüßte die Gelegenheit, Fair Trade altersgerecht in den pädagogischen Alltag zu integrieren. Der Besuch von Karin Neumayer wurde im Kindergartenteam seit Wochen vorbereitet: In Geschichten, Gesprächen und kleinen Projekten erfuhren die Kinder etwa, woher Schokolade kommt, wie Bananen wachsen und wie viel Arbeit hinter einem Produkt steckt, das in heimischen Geschäften oft selbstverständlich im Regal liegt. 

„Wir möchten den Kindern Werte wie Respekt, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit auf spielerische und positive Weise näherbringen“, sagte Leitner. „Fair Trade bietet dafür einen wunderbaren Rahmen. Die Kinder verstehen sehr schnell, dass Menschen in anderen Teilen der Welt nur dann gut leben können, wenn wir hier fair handeln.“

Bürgermeister Stefan Schmid unterstrich bei seinem Besuch im Kindergarten, wie wichtig es sei, dass gerade bei Produkten, die  nicht regional produziert werden können, es wesentlich ist aufzuklären und - wenn möglich - einen Beitrag zu leisten.

„Wir können die Welt nicht von heute auf morgen verändern, aber wir können hier in unserer Stadtgemeinde beginnen. Wenn Kinder schon früh erfahren, was faire Arbeitsbedingungen bedeuten und warum nachhaltiger Konsum wichtig ist, wächst eine Generation heran, die Verantwortung übernimmt. Darauf bin ich besonders stolz.“

Der Bürgermeister betonte außerdem, dass Fair Trade nicht nur soziale, sondern auch ökologische Ziele verfolgt. Viele FAIRTRADE-Produkte seien nach strengen Umweltstandards zertifiziert, wodurch nicht nur Produzentinnen und Produzenten, sondern auch die Natur geschützt werde. Das passe ideal zu den Klimazielen und Maßnahmen der Stadtgemeinde sowie den Aktivitäten von Unser Klima Retter Land.

Während des Vormittags hatten die Kinder Gelegenheit, Fragen zu stellen und zu erfahren, wie das Fair-Trade-System funktioniert: Wer bekommt wie viel Geld? Wie kann man an einem Logo erkennen, ob ein Produkt fair gehandelt wurde? Warum ist es manchmal teurer – und warum ist es das wert?

„Wenn Kinder lernen, Produkte wertzuschätzen, gehen sie später achtsamer durchs Leben – und das ist ein unschätzbarer Gewinn für jede Gemeinde“, fasste Karin Neumayer zusammen.

Der Besuch endete mit vielen strahlenden Gesichtern, denn nicht nur die süße Kostprobe kam gut an: Die Kinder präsentierten stolz ihre neu erworbenen Kenntnisse und zeigten, dass Fair Trade keineswegs ein kompliziertes Erwachsenenthema sein muss.

Bürgermeister Schmid: „Fairer Handel funktioniert dann, wenn wir ihn leben. Und es freut mich besonders, dass unsere Jüngsten heute einen wichtigen Schritt gemacht haben.“

Eine Gruppe von Menschen, die nebeneinander steht und ein Zertifikat hältFairtrade