Auch beim dritten und letzten Abend des FORUM Schrattenthal 2026 konnte die Stadtgemeinde erneut über 100 interessierte Besucherinnen und Besucher begrüßen. Das Thema „ANGRIFF!? Kann sich Österreich noch verteidigen?“ traf den Nerv der Zeit und sorgte für einen ebenso informativen wie nachdenklich stimmenden Abend.
Im Zentrum stand der Vortrag von Brigadier Reinhard Kraft vom Bundesministerium für Landesverteidigung, der die aktuellen geopolitischen Entwicklungen klar einordnete. Die Welt sei „zunehmend aus den Fugen geraten“, so Kraft, und sicherheitspolitische Herausforderungen würden Österreich unmittelbar betreffen. Militärische Stärke und gesellschaftliche Resilienz seien dabei untrennbar miteinander verbunden.
Besonders eindrücklich betonte Kraft, dass Verteidigung weit über das Militär hinausgehe:
„Verteidigung beginnt im Kopf – die Umfassende Landesverteidigung ist zentral und in dieser Form einzigartig.“
Auch die Rolle internationaler Kooperationen wurde hervorgehoben: Staaten würden sich naturgemäß nicht den stärksten, sondern den vermeintlich schwächsten Gegner suchen – umso wichtiger seien gemeinsame Initiativen wie etwa europäische Verteidigungsprojekte.
In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven vertieft.
Die Politikwissenschafterin Karin Liebhart machte deutlich, dass klassische Vorstellungen von Neutralität zunehmend an ihre Grenzen stoßen: Eine aktive Friedenspolitik erfordere heute weit mehr Engagement und kontinuierliche Arbeit am gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Kristina Mandl vom Bundesministerium für Bildung unterstrich die Bedeutung der Geistigen Landesverteidigung (GLV), die wieder stärker in den Lehrplänen verankert werde:
„Wie Radfahren oder Skifahren – was man früh lernt, bleibt. GLV stärkt die Bereitschaft, Verantwortung für das Gemeinwesen zu übernehmen.“
Diakon Herwig Greylinger brachte Erfahrungen aus seiner Tätigkeit in der pastorialen Begleitung von Menschen ein und schilderte eindrücklich die unterschiedlichen Wahrnehmungen zwischen den Generationen: Während ältere Menschen Parallelen zu früheren Krisenzeiten erkennen, begegnen jüngere Menschen dem Thema vielfach mit Distanz.
Die Diskussion zeigte deutlich: Sicherheit ist nicht nur eine militärische, sondern auch eine gesellschaftliche Aufgabe – zwischen dem Spannungsfeld von Frieden und Freiheit müsse sich eine demokratische Gesellschaft immer wieder neu positionieren.
Souverän durch den Abend führte Moderatorin Julie Frey, die mit gezielten Fragen für einen lebendigen Austausch sorgte.
Großen Anklang fand erneut die begleitende Buchausstellung der Bücherei Schrattenthal, die das Thema vertiefte und zum Weiterlesen einlud.
Beim anschließenden Ausklang – bei Brot und einem oder auch zwei Achterln Wein aus der Stadtgemeinde Schrattenthal – wurde noch lange engagiert weiterdiskutiert.
Mit diesem Abend ging ein äußerst erfolgreicher Veranstaltungszyklus zu Ende: Drei Abende, über 300 Besucherinnen und Besucher und hochkarätige Diskussionen zu zentralen Zukunftsthemen.
Das Bildungsteam der Stadtgemeinde Schrattenthal zeigt sich erfreut über das große Interesse und arbeitet bereits an der Fortsetzung im kommenden Jahr.
Über das FORUM Schrattenthal
Das FORUM Schrattenthal ist eine seit 2019 bestehende Veranstaltungsreihe der Stadtgemeinde Schrattenthal. Unter dem Motto „Informieren. Diskutieren. Entwickeln.“ werden aktuelle gesellschaftliche, politische und regionale Zukunftsthemen aufgegriffen. Ziel ist es, Impulse und Inspirationen zu bieten, aus denen konkrete Ideen und Ableitungen für das Leben am Land entstehen können. Durch fundierte Beiträge, offene Diskussionen und unterschiedliche Perspektiven leistet das FORUM einen wichtigen Beitrag zur Meinungsbildung und zum gesellschaftlichen Dialog in der Region.
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