FORUM Schrattenthal, 26. März 2026 „Die Kleingemeinden und ihre Chancen – Warum Fusionen keine Lösung sind“

Veröffentlichungsdatum01.04.2026Lesedauer2 Minuten
FORUM Schrattenthal, 26. März 2026 „Die Kleingemeinden und ihre Chancen – Warum Fusionen keine Lösung sind“

Mehr als 80 interessierte Besucherinnen und Besucher folgten am 26. März der Einladung zum zweiten Abend der FORUM-Reihe im Rathaussaal 4.0 in Obermarkersdorf – und machten damit eindrucksvoll sichtbar, wie sehr die Zukunft unserer Gemeinden bewegt. Das FORUM Schrattenthal versteht sich bewusst als „Stadtgespräch für Innovation am Land“ und genau diesem Anspruch wurde der Abend einmal mehr gerecht.

Schon beim Einstieg wurde klar: Das Thema trifft den Nerv der Zeit. Gemeinden stehen zunehmend unter Druck – sinkende Einnahmen, steigende Ausgaben und wachsende Anforderungen prägen den Alltag. Was bedeutet das für kleine Gemeinden wie der Stadtgemeinde Schrattenthal? Und welche Wege führen in eine stabile Zukunft?

Mit viel Gespür, Charme und Professionalität führte Julie Frey – selbst Schrattenthalerin – durch den Abend. Ihre Moderation schaffte es, komplexe Inhalte verständlich zu machen und gleichzeitig eine persönliche Atmosphäre zu bewahren, in der echte Diskussion möglich wurde.

Im Zentrum stand ein hochkarätig besetztes Podium – und eine überraschend klare gemeinsame Linie: Gemeindefusionen sind kein Allheilmittel. Ganz im Gegenteil – sie können nur dann sinnvoll sein, wenn sie freiwillig erfolgen.

Besonders pointiert brachte es Univ.-Prof. Peter Bußjäger auf den Punkt: Aus wissenschaftlicher Sicht lassen sich keine eindeutigen Kosteneinsparungen durch Fusionen nachweisen. Gleichzeitig erinnerte er daran, was Föderalismus im Kern bedeutet – nämlich Selbstgestaltung und die Bereitschaft, Verantwortung vor Ort zu übernehmen.

Landesrat Anton Kasser, der selbst über drei Jahrzehnte Bürgermeister war, betonte die oft unterschätzten Stärken von Kleingemeinden. Nähe zu den Menschen, direkte Wege und ein starkes Gemeinschaftsgefühl seien klare Vorteile – auch wenn die Herausforderungen für Gemeinden in den letzten Jahren massiv gewachsen sind.

Auch seitens des NÖ Gemeindebundes wurde ein klares Signal gesetzt: Kleinheit ist kein Nachteil, sondern häufig ein echtes Asset. Lukas Zehetbauer,selbst Bürgermeister der Gemeinde Raasdorf nahe Wien mit rund 700 Einwohnern, plädierte für einen realistischen Zugang: Einsparen ja – aber gleichzeitig braucht es auch stärkere finanzielle Unterstützung durch Bund und Land.

Ortsvorsteher der Stadt Schrattenthal Franz Pointner führte diesen Gedanken weiter und erinnerte daran, was Gemeinde im Kern bedeutet: Gemeinschaft. Gerade in kleineren Strukturen liege enormes Potenzial. Gleichzeitig verwies er darauf, dass die Stadtgemeinde Schrattenthal bereits heute erfolgreich in zahlreichen Verbänden zusammenarbeitet – ein gelebtes Beispiel dafür, wie Kooperation funktionieren kann.

Und genau darin lag die wohl wichtigste Erkenntnis des Abends:
Kooperation statt Zwang. Zusammenarbeit statt Strukturdebatte.

Ob interkommunale Zusammenarbeit, gemeinsame Projekte oder neue Formen der Vernetzung – alle Diskutierenden waren sich einig, dass hier große Chancen für die Zukunft liegen.

Ein Abend, der nicht nur informiert, sondern auch Mut gemacht hat: Mut zur eigenen Stärke, Mut zur Zusammenarbeit und Mut, den Weg der Gemeinden selbst zu gestalten.

Wir freuen uns schon jetzt auf das nächste FORUM Schrattenthal – denn eines ist klar: Entwicklung braucht Anstoß.

FORUM Schrattenthal


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